Facebook-Nutzer in Afrika [Statistik]
Facebook hat eine klare Mission. Mark Zuckerberg möchte die Welt durch “sein” soziales Netzwerk weiter öffnen und miteinander verbinden. In einem offenen Brief des Facebook-Gründers aus dem Jahre 2009 heisst es:
“It has been a great year for making the world more open and connected. Thanks to your help, more than 350 million people around the world are using Facebook to share their lives online. [...]“
Zwei Jahre später zählt Facebook nicht mehr 350 Millionen sondern weit über 800 Millionen Mitglieder. Wäre Facebook ein Land, es würde gemessen an der Einwohnerzahl Platz drei hinter China und Indien einnehmen. Doch man muss sich fragen ob es die Welt als Ganzes enger zusammen rückt oder vielleicht die Diskrepanz zwischen einigen Erdteilen eher verstärkt.
In den letzten fünf Jahren haben viele Menschen auf der Welt gelernt ihr Leben online mit anderen zu teilen. Wir unterhalten uns über Facebook-Nachrichten und Facebook-Chat. Bilder werden auf Facebook in Alben geordnet, wir organisieren Partys auf Facebook und teilen die Nachrichten des Tages über den News Feed. Menschen, die wir im Auslandsjahr kennengelernt haben, finden wir auf Facebook wieder und mit Leichtigkeit halten wir sozialen Kontakt zu Freunden auf anderen Kontinenten aufrecht.
Doch während Facebook einen entscheidenen Platz in unserem “Fun-Life” eingenommen hat so setzen auch immer mehr Arbeitgebeber Kenntnisse im Umgang mit dem sozialen Netwerk voraus. Firmen werben auf Facebook, Marken werden durch Facebook-Seiten gebrandet und es gibt nicht nur einen professionellen Ratgeber über die richtige Kommunikation mit Fans auf Facebook. Um einen Job zu bekommen ist der Umgang mit dem Computer und vor allem sozialen Applikationen wie z.B. Facebook demnach Grundvoraussetzung.
Was passiert also wenn Menschen keinen Zugang zu Facebook haben, etwa weil es keine verlässliche Internetverbindung gibt? Oder weil sie nie den Umgang mit dem sozialen Netzwerk gelernt haben? Wir haben uns mal die Anzahl an Facebook-Nutzern in Afrika angeschaut und eine Statistik erstellt die nicht überrascht, aber nachdenklich stimmt.

Die Grafik zeigt die Anzahl von Facebook-Usern in sechs verschiedenen afrikanischen Ländern. Die Zahl an sich sagt noch nicht viel aus, doch setzt man diese in Relation zur Einwohnerzahl ist die Statistik erschreckend. Zum Vergleich, Deutschland hat bei ca. 82 Millionen Einwohnern etwa 15 Millionen Facebook-User (Stand Februar 2011). Das entspricht einem prozentualen Anteil von 18%. In den USA liegt der prozentuale Anteil von Facebook-Usern im Vergleich zu der Einwohnerzahl bei sogar über 30%! Wie sieht es also in Afrika aus?

Afrika ist von einer solchen Statistik weit entfernt. Selbst in den weiter entwickelten Staaten wie Marokko oder Südafrika liegt die Anzahl an Facebook-Usern bei 11.3% respektive 8.3%. In den start unterentwickelten Gebieten wie z.B. Somalien sind gerade mal 0.25% aller Einwohner Facebook-User.
Natürlich kann man argumentieren das die Leute dort andere Probleme haben als ihren Status auf Facebook upzudaten. Doch durch den immer stärker werdenden Einfluss von Facebook et al. auf die Lebensweise in den entwickelten Ländern muss man sich fragen, ob wirklich die gesamte Welt ein “more open and connected place” wird oder nur einzelne, voll entwickelte Staaten. Wird dadurch sogar die Diskrepanz zwischen den Industrieländern und dem afrikanischen Kontinent vergrößert, der seit Jahrzehnten versucht Anschluss an den Rest der Welt zu halten und mit dem enormen Entwicklungstempo Schritt zu halten?
Was ist eure Meinung dazu? Was könnte Facebook ändern damit auch der afrikanische Kontinent die Welle an Veränderung durch das soziale Netzwerk miterlebt? Kann Facebook überhaupt etwas machen oder liegen die Probleme ganz woanders? Wir würden uns über Kommentare von euch freuen!


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