Fan auf Facebook werden

Bringt eine Fanseite auf Facebook wirklich Vorteile für das eigene Unternehmen

Viele Firmen haben eine eigene Seite auf Facebook, um Fans zu sammeln und dann diese Fans mit Neuigkeiten zu versorgen. Das ganze fällt in den Bereich Firmenmarketing und soll die eigene Marke durch soziales Netzwerken stärker ins Bewusstsein der Menschen rufen und schließlich zu höheren Umsätzen führen.

Doch gibt es diesen positiven Marketingeffekt auf Facebook überhaupt? Hat eine Fanseite auf Facebook wirklich Vorteile oder schwimmen viele Firmen einfach nur mit dem Strom? Die Wirtschaftszeitung der amerikanischen Eliteuniversität Harvard, Harvard Business Review, hat sich dieser Frage in einem kurzen Projekt angenommen und den Effekt einer Facebook-Fanseite auf die Umsätze einer bekannten Bäckerei/Café-Kette getestet.

Der Test

Die Informationen wurden mittels eines Fragebogens gesammelt (bzgl. Art der Umfrage, Gültigkeit, Beständigkeit etc. kann keine Auskunft gegeben werden). Vor Erstellung einer Fanseite wurden 13,270 Fragebögen an die E-mail Liste des Unternehmnes herausgeschickt. Die Antwortquote lag bei 689 Beantwortungen. Nun wurde vom Team des HBR die Fanseite auf Facebook gestartet und alle Personen auf der E-mail Liste wurden eingeladen, Fan zu werden. Über die nächsten drei Monate wurde die Seite von der Bäckerei-Kette kontinuierlich upgedatet, mit Neuigkeiten, besonderen Angeboten, Rezensionen und Fotos. Nach der Zeitspanne wurden wiederum 13,270 Fragebögen verschickt. Die Antwortquote betrug diesmal 1,067 Beantwortungen (davon jetzige Fans, aber auch Personen, die letztendlich nicht Fan auf Facebook geworden sind).

Das Ergebnis

Das Ergebnis der Studie zeigte, dass Facebook das Verbraucherverhalten verbesserte. Solche, die Fan der Facebookseite geworden waren, waren plötzlich auch die besseren Kunden. Obwohl sie pro Einkauf in etwa denselben Betrag ausgaben, kamen sie öfter zum Einkaufen. Im Vergleich kauften “Fans” des Unternehmens um 20% öfter ein als solche, die nicht der Fanseite angehören. Auch die Mund-zu-Mund-Propaganda wurde durch die die Facebook-Fanseite erhöht. So wurde das Unternehmen von 66% der Kunden die nicht auf Facebook sind empfohlen. Fans der Seite empfiehlen die Bäckerei-Kette in 75% der Fälle. Bei Personen, die zwar auf Facebook sind aber nicht Fan der Seite geworden waren, lag der prozentuale Anteil an Empfehlungen bei 53%. Im weiteren Verlauf der Auswertung konnte auch eine stärkere emotionale Verbindung der Fans zu dem Unternehmen beobachtet werden.

Wie in vielen Studien zu einem recht neuen Thema betont auch die HBR, dass hier zwar ein Zusammenhang besteht, aber nicht unbedingt Ursächlichkeit. Ob die Studie zudem repräsentativ ist, soll in den kommenden Monaten erforscht werden.

Eigenes Fazit

Wenn nicht richtig gemacht, kann eine Seite auf Facebook definitiv Vorteile für das Unternehmen haben. Eine Fanseite bietet eine gute Möglichkeit, mit den Fans (Kunden) Hand-in-Hand Produkte weiterzuentwickeln und auf die Bedürfnisse der Verbraucher maßzuschneidern.

Nichts desto trotz wurden von der E-mail Liste des besagten Unternehmens (13,270) nur 283 Personen auch Fan auf Facebook (2,1%). Von daher sollte man nicht davon ausgehen, mit einer Facebookseite plötzlich und innerhalb weniger Tage eine Vielzahl an Usern ansprechen zu können. Eine Seite auf Facebook ist ein langfristiges Projekt und muss kontinuierlich gepflegt werden. Denn nur eine Seite, die dem User auch einen Nutzen bietet, entwickelt sich zu einer Stärkung des Firmenimages.

Das soziales Netzwerken aber auch nach hinten losgehen kann, könnt ihr am Beispiel von Nestlé erfahren.

Die Studie wurde von Utpal M. Dholakia und Emily Durham durchgeführt und ist in der Märzausgabe 2010 des Harvard Business Review erschienen.
Quelle: Harvard Business Review

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